Dichterhain (JBHart)


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Neidtexte

Trostgedicht

Der graue Meister Herbst ist da
und stoppt der Seelen Flüge.
Die Menschen werden sonderbar
und schmeißen sich vor Lachen

(Gsella am Donnerstag)
17.11.09 21:06


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Im Westen nichts neues!

„Für mich ist die Front ein unheimlicher Strudel. Wenn man noch weit entfernt von seinem Zentrum im ruhigen Wasser ist, fühlt man schon die Saugkraft, die einen an sich zieht, langsam, unentrinnbar, ohne viel Widerstand.
Aus der Erde, aus der Luft aber strömen uns Abwehrkräfte zu – am meisten von der Erde. Für niemand ist die Erde so viel wie für den Soldaten. Wenn er sich an sie preßt, lange, heftig, wenn er sich tief mit dem Gesicht und den Gliedern in sie hineinwühlt in der Todesangst des Feuers, dann ist sie sein einziger Freund, sein Bruder, seine Mutter, er stöhnt seine Furcht und seine Schreie in ihr Schweigen und ihre Geborgenheit, sie nimmt sie auf und entläßt ihn wieder zu neuen zehn Sekunden Lauf und Leben, faßt ihn wieder, und manchmal für immer.
Erde – Erde – Erde!
Erde, mit deinen Bodenfalten und Löchern und Vertiefungen, in die man sich hineinwerfen, hineinkauern kann!
Erde, du gabst uns im Kampf des Grauens, im Aufspritzen der Vernichtung, im Todesbrüllen der Explosionen die ungeheure Widerwelle gewonnenen Lebens!
Der irre Sturm fast zerfetztem Daseins floß im Rückstrom von dir durch unsere Hände, so dass wir die Geretteten in dich gruben und im stummen Angstglück der überstandenen Minute mit unseren Lippen in dich hineinbissen!
Wir schnellen mit einem Ruck ein einem Teil unseres Seins beim ersten Dröhnen der Granaten um Tausende von Jahren zurück. Es ist der Instinkt des Tieres, der in uns erwacht, der uns leitet und beschützt. Er ist nicht bewußt, er ist viel schneller, viel sicherer, viel unfehlbarer als das Bewusstsein. Man kann es nicht erklären. Man geht und denkt an nichts – plötzlich liegt man in einer Bodenmulde und über einem spritzen die Splitter hinweg; aber man kann sich nicht entsinnen, die Granate kommen gehört oder den Gedanken gehabt zu haben, sich hinzulegen. Hätte man sich darauf verlassen sollen, man wäre bereits ein Haufen verstreutes Fleisch. Es ist das andere gewesen, diese hellsichtige Witterung in uns, die uns niedergerissen und gerettet hat, ohne dass man weiß, wie. Wenn sie nicht wäre, gäbe es Flandern bis zu den Vogesen schon längst keine Menschen mehr.
Wir fahren ab als mürrische oder gutgelaunte Soldaten – wir kommen in die Zone, wo die Front beginnt, und sind Menschentiere geworden.“
28.8.08 14:20


Der letzte Ritter

Wie oft hab ich mich schon gewundert
und glaubte im falschen Film zu sein.
Nicht 50 Jahre zu spät und auch nicht 100,
es müssen wohl tausend Jahre sein.

Manchmal denke ich, ich bin der letzte Ritter,
in einer Welt ohne Ritterlichkeit.
Aus schönen Träumen zu erwachen, das ist bitter,
aber diese Zeit ist nicht meine Zeit!

Wo sind Treue und Ehre, die mal galten.
Ich glaub sie sind für immer fort.
Treue ist nichts für diese traurigen Gestalten
und Ehre nur noch ein leeres Wort!

Manchmal denke ich, ich bin der letzte Ritter,
in einer Welt ohne Ritterlichkeit.
Aus schönen Träumen zu erwachen, das ist bitter,
aber diese Zeit ist nicht meine Zeit!

Und dennoch will ich mich nicht beklagen,
hat auch die Welt sich gegen mich verschworen.
Ich kenn die Wahrheit und ich werd sie immer sagen,
denn nur wer aufgibt hat wirklich verloren!

Lunikoff

Wider mal ein Neidtext.....
Ketten ab vom Hirn, aufs Herz die Hand
es ist nicht schlimm: Ich liebe Deutschland!
7.12.07 14:31


Die Glotzophonie

Mal wieder ein Text auf den ich stark neidisch bin.

Ob Krimi, Sex, ob Kreigestote,
Hauptsache ist die Einschaltquote.

Ob Fußball oder Völkerqual,
Hauptsache ist die Einschaltzahl.

Quiz, Blödelbarde, Rock-Geschrei,
Hauptsache ist die Einschalterei.

Solch Schauspiel ist nichts and'res,
als das Spiegelbild uns'res Verfalls.

So geh'n wir denn auf vielen Wegen
uns'rer Verblödung brav entgegen.

--------
Ernst Dittmer
15.11.07 14:13


Auszug aus Matt Damon's GOOD WILL HUNTING

In dem Film wird ein Junge dargestellt, der sehr intelligent ist, jedoch Bindungsprobleme mit anderen Menschen hat und nicht recht weiß was er will. Hier eine der wohl besten Szenen aus dem Film. Will (Matt Damon) ist bei einem Bewerbungsgespräch beim nationalen Sicherheitsdienst eingeladen und verpasst dem Bewerbungschef ein gehörige Lektüre im Bezug auf die Arbeit der NSA.
...
Will: „Warum meinen sie sollte ich für denn nationalen Sicherheitsdienst arbeiten?“
Chef: “Nun, sie wären mit höchstbrisanten Projekten betraut und hätten mit Technologien zu tun, die sie nirgendwo anders zu sehen bekämen, da sie von uns selbst als streng geheim eingestuft wurden. Superstringtheorie, Funktionalanalysis, Ditaministische Chaosforschung...
Will: „ Codes knacken!“
Chef: “Hm,.... das ist nur ein Bereich unserer Tätigkeit“
Will: „ Ach komm sie, das ist doch das, was sie hier machen, über 80 Prozent der nationalen Geheimdienstarbeit. Der Laden ist doch 7 mal größer als der CIA.“
Chef: „ Wir hängen das nicht so gerne an die große Glocke, aber sie haben völlig recht.
Mhm.
Also wie ich das sehe stellt sich nicht die Frage, warum sollten sie für den NSA arbeiten, die Frage lautet, warum sollten sie nicht.“
Will: „ Warum ich nicht für den NSA arbeiten soll?
Thaha,
das ist gar nicht so einfach, ich versuch es trotzdem mal.
Angenommen ich bin beim NSA und eines Tages legen sie mir einen Code auf den Tisch, den nur ich knacken kann. Ich nehme mir das Ding vor und knack ihn auch. Ich bin zufrieden mit mir weil ich mein Job gut gemacht habe. Aber der Code war ein Standort von irgendeiner Rebellenarmee in Nordafrika oder im Iran. Wir schicken sofort Soldaten hin mit dem Auftrag das Dorf zu bombardieren und 1500 Männer und Frauen, die ich überhaupt nicht kenne, werden schnell mal umgelegt. Dann komm die Politiker und sagen: „Schickt die Marines da hin, die Gegend sichern“. Denen ist es ganz egal, ihre verfluchten Söhne werden ja nicht da draußen irgendwo im Busch abgeknallt und sie selbst müssen nur zur Nationalguarde. Dann bekommt ein Typ aus Southend nen Granatsplitter in den Arsch. Er darf nach Hause und stellt fest, das die Fabrik in der er gearbeitet hat genau in das Land exportiert worden ist und der, der sein Arsch weggeschossen hat, hat jetzt sein Job, weil er schon für 15 lausige Cent am Tag arbeitet. Plötzlich begreift er das man ihn bloß rüber geschickt hat um da die Machtverhältnisse so zu verändern das wir günstig an Öl ran kommen. Die Ölgesellschaften haben sich natürlich die Hektik da drüben zu nutze gemacht und die Ölpreise bei uns sofort nach oben korrigiert, aber davon hat mein Kumpel ja nun absolut nichts. Doch das Öl wollen die erst mal gar nicht, also heuert man als Kapitän ein Alkoholiker an, der mehr auf Schnaps steht und völlig besoffen die Eisberge umschifft. Er rammt ein, das verdammte Öl läuft aus und vernichtet alles Leben im Nordatlantik. Mein Kumpel ist Arbeitslos und kann es sich nicht leisten mit dem Auto zu Vorstellungsgesprächen zu fahren. Macht sich echt scheiße so ein Granatsplitter im Arsch und er muss hungern, denn jedes Mal wenn er was zu beißen aufgetrieben hat, haben die nur so ein scheiß verseuchten Fisch ausm Nordatlantik. Was ich davon halte?
Ich warte lieber auf was besseres. Wo ich schon mal dabei bin, wieso erschieß ich nicht meinen Kumpel, verschenk sein Job, bombardiere ein Dorf, erschlag ein Seelöwenbaby, zieh mir mal schnell ein Joint rein und werde Mitglied in der Nationalguarde. Zum Präsidenten würde es reichen.
...
21.6.06 23:39





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