Dichterhain (JBHart)


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Kapitän, oh Kapitän

Das Volk lebt doch!
Aber eben nur in den wohl schlimmsten, dreckigsten und unbeliebtsten Ecken des faulenden Deckes. Verwundert geht ein mancher über knarrende Dillen unter denen ein Lied ertönt, wo sein Herz so gleich nach argem Hass aufstöhnt. Verfolgungswütig wie ein schöner Duft in der Nase leitet einen das Ohr in den tiefsten Keller, wo man überrascht freundlich ein Seidel in die Hand bekommt. So steht man unten, wo es stinkt und darbt und doch ist des Kopfes Freiheit rein wie Glas geblasen. Ein poltern und stoßen ist auf den Tischen zu vernehmen. Im viertel Takt drischt das Seidel auf den Tisch und ein blechernes Klirren, ein dumpfes Knarren und ein wildes Stampfen ist im Raum zu vernehmen. Ein rohes Durcheinanderschlagen was doch harmonisch klingt, beschallt den tiefen, wässrigen Raum und ein Chor klimmt in ganzer Reife vorher. Aus jedem Munde rauscht der Ton von Riemen, düster, dreckig und doch verständlich.
„Kapitän, oh, Kapitän,
deine Habsucht wollen wir sehen.
So viel Salz, viel Salz,
Soll stecken bleiben in deinem Hals“
Immer wieder schleudern die Töne wie ein helle Erkenntnis, von der man meint des Lebens Sinn gefunden zu haben, durch den Raum. Sie bellen an den Wänden zurück und die sonst versalzte Haut bekommt Hügel der Glücklichkeit zu spüren. Der Abend soll nie enden, doch wenn die Stimmen langsam verklingen und nur das Räuspern der Traurigkeit einen Klang erwidert, dann sind die Gedanken aller wieder auf dem Meer. Mistiges Elend und hinten am letzten Tisch in der Ecke versucht sich ein Matrose an einem aufmunterndem Witz. Keiner kann lachen, alles schweigt. An der Satire hat man nur die Tränen gefunden, nicht den Spott und auch nicht s anderes. Es schweigt so lange bis wieder ein Klopfen ertönt und die Kehlen ranzig Knarren.
„Kapitän, oh, Kapitän,
deine Habsucht wollen wir sehen.
So viel Salz, viel Salz,
Soll stecken bleiben in deinem Hals“
Nur die Müdigkeit holt sie aus dieser Euphorie der Hoffnung wieder heraus und ein neuer Tag voll trügerischem Sonnenschein blendet über die gefetteten Harpunen. So traurig wird der letzte Schluck gesoffen und dem Bett entgegen gekrochen. Alles wird wieder alt werden, wieder schlecht und die Lider klappen nieder.....
2.7.06 17:29


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Abschiedsbrief

Auch wenn die Tage am Tropfe hängen und kein Herzschlag die Brust bewegt, es wird so sein, das nichts passiert. Auf den Bergen werden Glatzen weilen und in den Tälern ein Gras im lauen Lüftchen wehen. Später dann, wenn der Mond sich quengelt und dich in seinen Bann zieht, obwohl du die Sterne sehen willst, wird ein Bächlein rauschen, so langsam, Perle für Perle, kein Austrocknen und kein Strömen. Nur das zischen in den Wiesen wird dir ein Zeichen von Fortbestand und Neuerleben geben. Trotz dessen wird erst viel Feuer in deinen Adern brennen, weil es zu ruhig geworden ist und du Hass entwickelst gegen das Leben. Viele Wolken werden vorüber klettern müssen bis alles verdeckt ist und ein neuer Tunnel dein Schicksal mauert. Dem Leben zu verzeihen, wirst du vermeiden, weil es dir zu schwer fällt. Du wirst einfach nur vergessen, denn es ist leicht und nicht so anstrengend. Schon bin ich weg und es geht in Ordnung. Nichts ist besser als sich dem trotzendem Natursinn zu ergeben, blühen und welken, blühen und welken und keine anderen Abläufe. Auch die Namen die niedergeschrieben bleiben, werden an Farbe verlieren und das geht auch in Ordnung. Ein alter Mann wird sie zwar mit schwarzer Ölfarbe wieder kenntlich machen, doch dann interessiert es keinen, weil du nicht mehr da bist, - egal warum. Du hast vergessen und bist vielleicht auch selbst vergessen. Blühen und welken und es geht in Ordnung.
5.7.06 18:50


Gebunden und verloren

Es ist ein richtig wohltuendes Gefühl auf der Strassen entlang zu ziehen und ein mancher kennt dich, der dich grüßt. Ich gehe weiter und in der Ferne blinkert ein Lichtermeer meiner Stadt in frohen Tönen. Ich komme immer näher heran und erkenne nun ein riesigen Menschenplatz. Ein Rummel in hellen, schönen Farben, wie Smaragde und Rubine, der sich wie ein Palast vor mir aufbäumt, steht da und schreit nach vergnügen. Am Ende, wie ein Regenbogen, steht so prunkvoll und dominant das Riesenrad, welches ich in den nächsten Stunden wohl nicht erreichen werde. Ich gehe durch die Menge und ein jedes Gesicht ist mir bekannt und kennt auch mich. Viele Grüßen und Gespräche mit langen, wie auch kurzen Phrasen beginnen. Es stimmt mich glücklich, jedoch auch unzufrieden, das man so bekannt ist und lang vermisste Menschen wieder trifft, mit denen man Worte von Neutralität wechselt. Glücklich geborgen zu sein und nicht eine vergessene Gestalt aus vergangenen Tagen. Unzufrieden, weil das Treffen jener verlorenen Gespräche, hier nur an einer Stelle ist, an dem der Verzehr von hirnlockernden Getränken statt findet. Alltäglich ist es nicht und doch berauschend, weil diese Nacht uns nicht wie der Wochentag in viele Teile löst. Und doch bleibe ich unzufrieden, den ich fühle mich kontrolliert und durchschaut. Fast jeder kennt meine Fehler, kennt meine Stärken und Schwächen. Jeder kennt meine Einstellung und den Grund mich zu hassen. Ich bin aus Glas und trinke aus einem Glas, vielleicht deswegen. Um zu vergessen wie sehr ich doch durch löchert bin, wie viele Fehler ich gemacht und wie viel ich von mir selbst preis gegeben habe. Ich bin durch bohrt, sehe aber selber viele Löcher in anderen Menschen und auch sie tragen ein Bier in ihren Mägen. Auch wenn ich weiß, das alles auf Gegenseitigkeit beruht, bin ich doch unzufrieden. Unzufrieden darüber, das alles und jeden den man kennt, ein verdrossenes Sein mit wortlosen Gedanken ist. Nirgends steht der Mensch, dem du dich fügen würdest, folgen bis an das Riesenrad, egal wer dich grüßt und dir die Schulter ramponiert. Einfach nur hinterher und alles vergessen, alles um dich dunkel werden lassen und nur dies eine Licht vor dir zu erblicken.
Und es ist dunkel um mich, doch ist das einzige Licht was mir erscheinen kann, die trostlose Kerze der Sehnsucht. So verstorben sind mir alle die ich kenne, dreckig, vertretene Teppiche, die mir keinen geborgenen Eintritt in eine Tür ermöglichen. Ich rieche Crepes und Bratwurst und kann mich nicht mehr finden. Bin verloren unter so vielen Augen, die mich begraben und wieder raus ziehen. Herzen aus Leb hängen an jedem Stand und Kuschelbären mit Tatzen die sich jemanden greifen wollen, salutieren in den Hauptpreisen. Manch einer versucht sie zu ergattern für ein Wesen seines Herzens, doch die meisten sehen sie nur an, - wie ich.
Ich bin unzufrieden, weit weg wollt ich sein, damit meine Augen in unbekanntes schauen könnten und sich vielleicht in ein Funkeln vertiefen. Es wäre so unvertraut und neu, wie kann ich mich daran fest halten, wenn ich noch an dem alten hänge, obwohl ich nicht mal weiß warum. Irgendwo da brennt und zischt ein gelöschtes Öl, was mich benommen stimmt und meine Augen zu suchen veranlasst. Ich bin Unzufrieden und doch gelassen, denn der Rummel schlägt mir das Leben ins Gesicht. Ich stelle mich meiner selbst und trinke ein weiteres Bier. Der Abend ist noch jung und was auch kommt, es wird mich unzufrieden stellen und ich werde nach dem Funkeln Ausschau halten. Vielleicht nach einem, was noch brennt, aber droht zu erlischen. Wer weiß, vielleicht wird es auch nur eine alte Einstellung sein.
6.7.06 19:01


Spiel mit dem Feuer

Du hast Angst und weißt sie nicht zu bekämpfen. Ruhig ziehen Nachtfalter durch die Wälder, verbrühen im Glanze des Mondes und verleben in dunklen Astlöschern. Flucht vor jeglichem Lichte, -es brennt in heißflankenden Flammen, in allen Ecken des Herzens, bis du dich selber nur begräbst. Angst, sie ist verständlich, ist das Leben, -Berge und Täler füllt sie und wandert ständig an deiner Seite.
Sie brennt tief in dir wie ein Feuer was speit und in der Stunde der Wahrheit lässt sie dich kochen. Drachen öffnen ihre Flügel und wedeln dir die Brust, dass sie platzen könnte und wie Lava zieht es unter deiner Haut umher, sodass du dich nicht bewegen kannst. Dickflüssig und zäh und dein Blut siedet der Hoffnungslosigkeit entgegen. Nun liegt es an dir das Spiel zu eröffnen, dem Blut freien Lauf zu schenken und die Angst tief in deinem Herzen zu kontrollieren. Das Feuer wird zum Objekt und du drängst es in deine Augen, dass alles was Angst war, nun ängstlich wird. Dem zähen Magma verleihst du Flüssigkeit, alles schießt wie wild durch die Bahnen und trägt Kampf in deine Taten.
Die Lava wird erhärten, ein Herz aus Stahl wird glänzen, Augen mit Mut werden aufblitzen und das Spiel wird deine sein, egal wie sehr du dich verbrennst.
10.7.06 22:19


Verschwommen

Die Ungewissheit liegt mir düster im Gesicht,
Berge stürzen ein und entziehen glühendes Licht.
So groß wie meine Sucht nach der Erfüllung,
so groß ist auch des Rätsel ungewisse Lösung.

Titanen kreisen über mir in hohem Gewitter,
Festungen reißen ein und es nähert sich kein Ritter.
Wie Fegefeuer brennen alle Hoffnungen nieder,
alles an einer Nacht ohne zuversichtliche Lieder.

Die Wolken sollten sein wie unerreichbare Träume,
dann wären fortan alle Sorgen wie leere, riesige Räume.
Keine unnötigen Kämpfe würden mich bekümmern,
mich mürben und ins traurige Leben Hineintrümmern.
13.7.06 20:29


Gib mir ein Zeichen, das es Liebe ist

Wenn die Sehnsucht unter meiner Haut vibriert
und mein Leben wieder einen Teil verliert,
Weil du nicht da bist und mich der Dunkelheit überlässt,
Dann klammer ich mich nur an der Liebe zu dir fest.

Wenn das Lachen einfach nicht mehr möglich ist,
dann wäre ich so gern da, wo du jetzt bist.
Und Gänsehaut vor Liebe erfüllt mich mit Glück,
du füllst ein Teil von mir, ein ganzes Stück.

Gib mir ein Zeichen wenn du da bist
Gib mir ein Zeichen, wann wir uns wieder sehen.
Gib mir ein Zeichen, wenn du da bist.
Sag mir, wenn du kommst, das es Liebe ist.

Wenn mein Bauch Hunger fühlt und nicht essen kann,
dann ist es der Drang nach dir mit donnerndem Wahn
und Bilder vor meinen Augen schreiben deinen Namen,
meine Furcht verhasst jegliche geschriebene Dramen.

Wenn meine Worte nicht mehr rational ertönen,
dann ist es das Gefühl von so viel schönem,
was gerade in mir geistert und wild umherzieht.
Du bist wie ein Refrain in meinem Liebeslied.

Gib mir ein Zeichen wenn du da bist
Gib mir ein Zeichen, wann wir uns wieder sehen.
Gib mir ein Zeichen, wenn du da bist.
Sag mir, wenn du kommst, das es Liebe ist.
16.7.06 18:32


Harmonie der Erlebnisse

Grün besetzt
sind die Tiefen,
bestickt mit
frohen freud’gen Farben.

Kahl und kraus
sind die Höhen,
grau glänzend
mit unzähligen Narben.

Sanft harmoniert
Berg und Tal
in meiner
Augen starren Blick.

Nur mittig stehen
und halbes sehen,
dies ist des
Lebens lästiger Trick.
28.7.06 15:49


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