Dichterhain (JBHart)


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Die eierlegende Wollmilchsau

Nur zwei Arten des Lebens sind geblieben
Und vergangenes liegt niedergeschrieben
Der Mensch und seine Züchtung
Seine tollwütige tote Richtung

Kühe sind Bilder in den Wolken
und Hühner Wettobjekte
Schafe ein Traum mit schönen Folgen
und Schweine Wappen einer Sekte

Die Einkaufstaschen sind bodenlos leer
Denn alles ist in einem, nichts geht mehr
Das Nutztier und sein Brechensleid
Seine Genpalette tierisch breit

Kühe sind Bilder in den Wolken
und Hühner Wettobjekte
Schafe ein Traum mit schönen Folgen
und Schweine Wappen einer Sekte

Sie gibt Eier, Wolle, Milch und Fleisch
Genkrüppel verdienen sich an ihr Reich
ohne Pause in ihrem Bau
Die eierlegende Wollmilchsau!
3.5.06 15:46


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Schein und Sein - ein Todesleiden

Im Schlummerbette lag sie gern,
von ihrem Lieblingsdichter zu verzehren
und Tage verflogen in den Zeilen.
Selbst Sterne deputierte Sie beweilen.

Reich am Leben durch lächerliche Worte,
beschrieben wurden ihr die schönsten Orte.
Des Fensters Durchblick stand der Baum,
meist mehr Welt als der Bücherraum.

So ging Sie raus der Praxis willen
Und ward betan ihren Kopf zu stillen.
Von dem beschriebenen fand sie nur Leere
und schwor das sie nie wiederkehre

Die Umgänglichkeit war nicht wie gelesen,
des Lebens Rätsel wollte sie nun lösen.
Doch jedwedes Buch half ihr nicht
und so stürzte sie durch des Fensters Licht.

Viele Menschen hörten von ihrem scheiden,
und ein Dichter beschrieb das, ihres, Leiden:
Sie wollte mit Freudewissen durchs Leben gehen
Und konnte doch die Wahrheit nicht verstehen.
11.5.06 13:30


Tagebucheintrag 3.Oktober

Wir treiben weiter hinaus aufs Meer und nur die Geier machen sich noch die Mühe uns zu folgen, zu beobachten und gedanklich zu zerfleischen. Der Mast lodert in der brennenden Sonne und der Aussichtturm ist ein gefährliches begehen. Schon seit Tagen hat niemand mehr das Ganze überblickt, nur zerkratzte Fässer und verwelkte Blumen lassen erahnen wie nah wir unserem Tode sind. Salz, soviel Salz, verklumpt und dreckig, gibt es zur Feier des Tages. Die Fahnen, so zerfressen sie auch sind, wehen im Wind. Nicht den Stolz bringen sie in unser Herz, nein, das längst Vergangene. Kinder laufen über Bord und spielen, feiern, weil sie es nicht anders kennen. Wie gut es ihnen doch geht. Mit drüben Ausdruck im Gesicht der Vater hinterher und der Mutter verbitterter Versuch keine Träne zu entbehren. So ziehen sie auf dem modernden Deck, gefangen vom schönen Übel, dem Meer, durch das Miasma in der Luft. Lieder kreischen aus den Mündern von bediensteten Sängern der Brücke und nur in tiefsten Ecken hört man die wahre Besatzung mit ihren rauen Stimmen aus denen die verbotenen Delusionen wimmern. Der Steuermann fährt Kreise und mein Hals droht zu schließen, weil wir immer wieder in den alten Gestank hinein fahren. Auch der Kapitän, der sich vorhin noch mit gehobenen Haupt auf der Brücke feierte, hat sich in die Kombüse verdrückt um den Geruch von Fleisch und Wein zu schnuppern.
In der Nacht, hier wo ich meine letzten Eindrücke zu Worten bringe, ist es Still und jedes Auge blickt dem Sternenhimmel empor. Nur der Klabautermann bringt seinen laut. Es knarrt und klopft und ein Traumland in den Köpfen ist entstanden. Mein Körper ist schwer und ungehalten. Bis in die letzten Nervenbahnen versuche ich mich zu besinnen, den Tag zu streichen und die Brücke zu vergessen. Neben mir ein großer Knall, ganz ohne Schrei und Atem. Ein Matrose ist gesprungen, sucht das Weite in der Nacht und wird seine Ruhe finden...
17.5.06 14:51


William Wallace!

Wie ein Karree stellten sich meine Gedanken,
verwehrten klare Boshaftigkeiten.
Wie ein Katarakt so schnell, zogen sie,
verbreiteten sich in ferne Weiten.

Zensiert wurden meine Worte der Hoffnung,
verklimmten im Haufen der Wahrheit.
Diversionen gegen mich waren im Gange,
vertrieben das streben nach Freiheit.

Ihr hattet es so gewollt, mein Mittel die Waffe,
vergeben durch eure Gewalt.
Ein ganzes Volk mit Stolz an meiner Seite,
verteidigte sein Land ohn’ halt.

Und hörten wie mein letzter Todesschrei erklang,
aus dem das Wort der Freiheit drang!

William Wallace.
23.5.06 14:00





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