Dichterhain (JBHart)


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Verlassen!

An die Erde nah gepresst,
Sie lässt mich frei
Und hält mich wieder fest,
vielleicht auch für immer.

Ein Wasser das ruhig strömt,
es lässt mich weinen
und nicht ein Schrei ertönt,
denn es wird nicht schlimmer.

Das Feld ist gesäbelt rot
Es lässt mich hoffen
Und doch wartet nur der Tod
Weil stets kein Ende naht

Meine Blicke fangen Leid
Könn’ es nicht ertragen
Und sehen die Vergangenheit
Den Fehler zum Soldat

An die Bäume starr geschaut,
sie sagen mir nichts
und erbringen doch ein Laut,
vielleicht weil es schneit.

Ein Felsen so bitter kalt,
er lässt mich frieren
und dann kommt es bald,
das vergessen der Zeit

JBH

In Andenken an die vielen Opfer des 1. Weltkrieges an der kalten, blutdurchdrängten Front. Die, die vergessen wurden, weil Macht alles war und Verletzte eine verlorene Hoffnung. Vergessen zwischen den Fronten auf dem Schlachtfeld, gedient für ihr Land, ob mit oder ohne Willen. Vergessen, obwohl es ihre letzte Chance war aus dem kalten Krieg in ein zerstörtes, aber hoffnungsaufbäumendes Leben Einzug zu finden. Vergessen, im Schlaf mit ihren letzten Erinnerungen, die hätten fortgesetzt werden können. Sie hielten ihr Bajonett und reizten es aus, doch ein Lazarett wurde ihnen nicht gewährt – weil die Front noch lief,
auf gleicher Stelle,
über sie hinüber,
bis zum bitteren Ende!
27.2.06 02:45


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Was willst du wählen?

Was sollte ich tun, welchen Weg sollt ich gehen, wenn ein Licht so trügerisch wie das andere schien. In den dunkel, düsteren Strassen ward man von Köpfen an Lichtlaternen probagiert. Eine Menge Menschen ließen sich die Worte dieser Köpfe auf die Augen schreiben und die gespaltenen Ansichten von Recht und Freiheit zersplitterten sie so gleich. Es war mir ein Gefühl von Einsamkeit wenn diese Köpfe wandelten, versuchten mit mir etwas zu verhandeln und es in der Tat schafften, die Menge zu Zerflügen. Die Auswahl war sehr groß, die Worte viel größer sodass jeder anders dachte als der andere. Selbst der höchste Geist des Lebens verlor seinen Sinn, - die Gemeinschaft wurde zur Einzelhaft und ich war allein. Ein Mensch allein, umgeben von bunten Farben und einer Gewissheit die der Leere gleicht.
27.2.06 03:00


Das Narrenschiff

Das wohl beste Lied aller Zeiten. Der Text beschreibt die traurige Wahrheit unseres heutigem Lebens mit der Politik und anderen gesellschaftlichen Normen. Es ist in manchen Stellen schwer, die Assoziationen heraus zu lesen, aber ich glaube es wird jeder etwas finden! Es kann, nein, es soll hier über den Inhalt diskutiert werden, also schreibt fleißig mal nen paar Antworten.

"Das narrenschiff" von reinhard mey

Das Quecksilber fällt,die Zeichen stehen auf Sturm,
nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm,
und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und Rollen und Stampfen und schwere See,die Bordkapelle spielt: Humbatätärää,
und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere vergilbt,die Lenzpumpen lecken und die Schotten blockiert,die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken,
und der Maschinist in dumpfe Liturgie versunken,
die Mannschaft: lauter meineidige Halunken,
der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff, volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!
Am Horizont Wetterleuchten; die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig spielt Automatenbaron,im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken.
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident,
die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zuschwingt.
Der Steuermann lügt...
Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert,
all die hohen Ideale sind havariert,und der grosse Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten,
mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom,und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom seine Lieder,
fürwahr! Es ändern sich die Zeiten.
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
gekauft, narkotisiert und flügellahm.
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentieren sich keck,mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!
Der Steuermann lügt...
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier,
er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir,
im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck,
und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht,sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist als hätten alle den Verstand verloren,
sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen,
und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt...

lalalalala....

Der Steuermann lügt...
27.2.06 17:08




Hier ist zum Text Narrenschiff eine Karikatur von Brant aus dem Jahr 1494. Ist schon garnicht schlecht das man früher schon wusste was die Herrscher für uns sind: Ein Schiff voll Narren.

Mal sehen, ich glaub in nächster Zeit werden hier mal nen paar aktuelle Narrenaktionen unserer Frauenregierung stehen.
27.2.06 17:17





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