Dichterhain (JBHart)


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Ich bin wer ich bin!

Vier Wände umkreisen meinen sinnlos erdweilenden Körper. Die vergilbte Tapete gibt mir das bildliche Gefühl meines stinkenden Daseins und der Fügungen der ich mich ergeben muss. Man verlangt von mir das ich mich ändere und entsprechend der gegebenen Umgebung zu leben habe. Mein Kerker ist meine eingegrenzte Freiheit. Hier bin ich Mensch, hier lass ich mich gehen.
Gedanken kreisen wie Atome ständig um die Gedärme meines Hirnes. Denken ist mein Leid und zum vollziehen derer ist keine Zeit. Der Schlaf ist ein bekannter Feind, er ist eine Wendezeit die mich hindert. Nachts lass ich meinen Träumen freien lauf, dann kommt der Schlaf und am Morgen gebe ich diese Träume wieder auf. Ich brauche lange Zeit mir die Motivation für meine Ziele wieder neu zu legen. Arbeit drängt sich mir in den Tag. Und Hausarbeiten und elende Verantwortungen, bis ich damit beginnen kann, meine Ziele zu finden. Man verlangt ich solle glücklicher sein. Nach allem was mein Tag mir gibt, - ich soll glücklich sein und mich dem Erlebnis hingeben. Die Eiszeit meines Herzens gipfelt in mir auf. Für Ziele keine Zeit, sie zu erreichen. Dabei bin ich glücklich wie ich lebe. Es hat den Anschein, dass meine Ansichten von glücklich sein nicht mit den Empfindungen anderen eine Ergänzung eingehen. Für Ziele ist also noch keine Zeit. Sie wird verschwenderisch in Grundlagen verschleudert. Mich ändern? Ich muss mich ändern? Bin ich wer ich bin? ... nur in meinem Kerker! Zweisamkeit ist der Verlust der Kreativität. Der Freiheit?
Doch hat man das Herz nicht nur um das Blut in den Adern zu transportieren. Es setzt sich mit unserem dreckigen Gehirn in Konflikt und lässt uns fühlen. Es entwickeln sich Zwänge, etwas für sich haben zu müssen.
Ich werd mich ändern!
Ich drücke meine Zigarette am Ascherrand aus, blasse einen sehr gespannten Hauch aus und bewege mich widerwillig auf den Spiegel an meinem Wandschrank zu. Ich sehe mich. Ich merke nichts besonderes. Nur denken tue ich. Mir wird klar das ich sterben werde und alles kein Sinn hätte und das die Meere so groß sie auch seien, einst in sich fallen werden. Ich lächle mich in dem Spiegel an. Das erste was ich tun könnte, ist mir die Fresse zu polieren. So soll ich das alles in der Gesellschaft machen? Ich spanne meine Oberlippen weiter auf und merke das es mir schwer fällt dies als selbstverständlich zu empfinden. Ich lache in den Spiegel. Ich lache, weil ich es auch können sollte. Wer macht das? Die Welt fällt um mich ein und ich muss mich schwermütig berapplen wieder zu lächeln. Ich ziehe die Wangen ein Stück hoch und öffne meine Augen etwas mehr. Mir scheint es ein wenig besser zu gefallen. Ich experimentiere weiter in verschiedensten Versionen. Wie Knetgummi kommt mir meine Haut vor. Ich glaube nicht, dass ich dafür geschaffen bin. Aber was soll es. Man verlangt, also tue ich. Nach Minuten des zehren, ziehen und Streckens halte ich ein Lächeln und versuche es mir als eine Gewohnheit in den Muskel zu pressen. Nach einer Weile entspanne ich mein Gesicht und versuche nun die selbe Stellung wieder hin zu bekommen. Kein Problem, es klappt. Ich betrachte mich und überlege ob es auch funktionieren wird, wenn ich Zwanghaft glücklich sein muss. Ich beginne an etwas zu denken, was mich rasend macht und versuche nun dabei zu lächeln. Es funktioniert zweifelsfrei, bis auf das innere Gefühl, dass sich wie in Beton eingegraben, stetig mit Druck voll saugt und darauf wartet wie eine Bombe zu explodieren. Ich lächle mich weiter an. Mein Spiegelbild. Da steht jemand, der ich sein will, aber wie ein Verrückter grinst und eine falsche Ansicht von mir gibt. Ich haue ihm auf die Fresse!
Sanft rieselt das Blut von meiner Hand. Sie fühlt sich schön warm an und der Schmerz an den Rissen treibt meine Nerven zu einem wundervollem Takt. Wie kann ich jemand werden, der ich nicht bin? Der Takt treibt mich ins Bad, um die Blutung zu stillen und innerlich in den Frieden. Ich bin wer ich bin!
8.8.08 18:23


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Du so wie auch ich

...und er saß neben mir in seiner gekränkten Haltung, schlürfte sein Bier, welches fest umkrallt sein wohl letzten Halt darstellte.

"He, mach dir kein Unmut, auch deine Zeit wird kommen und sei es die Zeit, in der du auch nur stirbst!"

Skol dem, was man Leben nennt!
4.8.08 18:14


Erkenntnis trostloser Gewissheit

Gezügelt will ich sein in all meinen Gefühlen,
meines Herzens wärme stets zu kühlen.
Mit Vernunft und klarer Einsicht,
denn wahre Liebe gibt es nicht!

So will ich meinen Sorgen kund tun,
sie dürften jeder Zeit besonnen ruh’n,
In Anderen glaube ich mich verloren.
Ich, ich bin für mich allein erkoren.

Stößt man denn den Leuten vor den Kopf, wenn man frei ist und glaubt in jedem Hergang sich betrogen, wenn man die Sonne sehen darf? Nein, nur in der Hoffnung. Sie umgibt im ersten so viel Worte. Sie füllen Löcher in deinem Herzen. Sie umgibt im zweiten soviel Glas, dass ich nichts zu wissen brauch, weil ich alles weiß. Im letzten dadurch schöpft man soviel Vertrauen, welches gegenseitig Treue bürgt. In Ewigkeit. Hoffnung!

15.7.08 21:32


Anerkennungslos

An den Wänden sich rüstig mein Schatten aufstreckt,
Schwer zu sehen, in meiner gebückten Haltung.
Und wie sich die Blume des Herzreichs hilflos bedeckt,
will sie welken für Achtung und Entfaltung.

Ein Schrei aus dem Kelche sich verhüllt fortwährt,
schwer zu hören, in meiner unerfüllten Welt.
Und wie die Küken peitschen um sich wohl ernährt,
Immerzu zu fordern, dass sie ruhig gestellt.

An meinen Händen sich tiefer die Krater schnüren,
schwer zu fühlen, in meiner eingestaubten Haut.
Und wie die Ziegel auferstanden sich nun rühren,
von Neidgewalt gestürzt und ganz neu erbaut.
9.6.08 20:15


Mein Sein!

Es ist nicht um einen Kuss,
Nein! um deine Nähe,
warum ich traure,
wenn ich von dir gehe.

Wer hätte das einmal gedacht,
in jener Nacht verloren,
fand ich dich
und wurde neu geboren.

Mensch, was Amor alles kann,
legte Leben in mein Herz,
und wie ich atme...
nie, nie wieder dieser Schmerz.

Ist die Welt auch noch so leer,
keine Liebhand dich berührt,
ich bin es stets,
der dich zum Tanze führt.

Ich liebe dich so sehr! - mein Sonnenschein,
Ich liebe dich, - denn du bist mein Sein!
10.5.08 16:38


Mein Keller ist zu klein!

Gefährliches Gedankengut streichelt mir an der Hirnrinde. Diese elenden Kopfschmerzen – jeden Tag! Vom kleinen Stechen bis zum erbarmungslosen Bohren und Hämmern. Die Gedanken in dem Beben bleiben mir, doch ist mir gleich, wie wichtig jeder einzelne von ihnen ist. Ich kratze täglich tief in meiner Lederbörse und errechne mir in Zahlen was überbleibt für mein Leben. Welch Traurigkeit.

Ich stehe im Weinberg, die Bütte auf den Schultern, die Kapuze zu geschnürt, der Wind weicht mir schlangenförmig. Meine Ohren sind gespitzt auf den nächsten Ruf eines Lesers, seine Trauben begierig als Last auf mein Rückrat zu legen.
Und die Knie, wer denkt an mich?

Die volle Bütte den Hang hinab und wieder rauf und abermals warte ich, um an die 6 Zentner auf die Schultern gepackt zu bekommen. Wankende, rotbeschmierte Lippenwesen treiben sich zwischen den Zeilen.
„TRÄGER!“ Und wieder mein Einsatz! Für was? Allein für ein festen Schlaf und ein zahmes Schaben im Leder. Doch besser als gar nichts.

Unter der Kniescheibe gräbt sich schon wieder eine Kolonie von Maulwürfen um sie zu durchdringen. Jeder Schritt ist ein Schnitt, der mir die Beine sanft amputiert. Jede Vene schnürt sich fein, jeder Nerv will längst nicht mehr sein. Welche Schmerzen. Für was?

Ich saß im Krankenhaus. Sprechtermin beim Doktor. Wandelnde Invaliden und kampfeslose Zitterbacken erheiterten sich in Wochenzeitungen und saugten jedes Wort wie eine Hoffnung in die todgrellen Augen. Sie sind gefangen. Was sollen sie auch tun. Was sollte ich tun, als zu gehen?
Um mich in die Röhre zu schieben bedarf es so oder so eine Wartezeit von mindest einem halben Jahr. Ich will nicht so werden!
Kaputtgespielt!
Noch kann ich alles geben und muss nebenher noch alles halten. Ich würde mir ein zu zeitlichen Aufwand machen, wenn ich mich jetzt fachmännisch auf ein Blatt Papier notieren ließe für ein Ritt in die Röhre. Meine Zeit kommt noch!
Wenn ich dann endlich ein Ring kaufen kann. Wenn ich sie frage, ob sie in meine neue Wohnung mit Balkon ziehen will. Wenn ich auf dem Amt mein unbefristeten Arbeitsvertrag hinlegen kann und den Rechner für eine vierstellige Zahl zücken muss. Meine Zeit wird noch kommen, vielleicht?! Ich muss nur weiter machen. Keine Zeit für Pausen.

Eventuell könnte ich zwischen den Überstunden am Samstag früh und den ehrenamtlichen Verantwortungen am Nachmittag mal wieder ein Mittag mit meinem Mädchen verbringen. War sie vor kurzen nicht einmal beim Friseur? Ich glaube ja!? Es ist schön zu wissen das man jemanden an seiner Seite hat, auch wenn man eigentlich alleine ist. Wie sie wohl aussieht. Und wie ist es mit meinem Spiegelbild. Mal schauen ob ich Zeit finde mich schick zu machen?

Ich laufe zu meinem wöchentlichen Handballtraining. Die Knie gehen wie zwangsgeölt ganz gut. Bei der ersten Erwärmungseinheit ist dann aber die Maulwurfkolonie wieder zu Gange. Zu schnell gebremst. Richtungswechsel sind für mich die Rentner der Bewegung. Sie lähmen, bremsen, strecken mich. Wie soll das weiter gehen?
Es lege ja auf der Hand einfach damit aufzuhören. Ältere Menschen machen dies und wenn ich mich alt fühle, warum ich dann nicht auch? Doch ich bin verrückt! Und wer will so mit mir leben? Die, die es wollen, wollen auch nicht das ich so lebe. Doch wie soll ich ihnen dann mit innerer Ruhe und materiellem Gut entgegenstehen. Verrückte leben des öfteren in Zellen und ganz allein. Meine Zelle ist die Welt und ich will sie teilen, oder nicht? Jetzt beben wieder die Gedärme des Hirns! Man könnte es entbehren wenn man etwas Erfolg vorzuweisen hat.
Aber... ich muss daher noch etwas roboten. Beiläufig nun alles was einem Lieb ist zu halten, scheint schier unmöglich. Nur wenn die Faulhaut kürzer kommt und der Schlaf in den Tod verschoben wird, besteht eine Möglichkeit. Wohlersehntes Glück komm bald.
Manchmal wünschte man es wäre schon die Zeit - und andernfalls vergeht sie viel zu schnell.
Kaputtgespielt!
22.4.08 19:57


Wieder einmal

Warum lässt Sie mich kalt liegen,
treibt Milchhaut in meinem Glase?
Und alles was ich seh’ verfliegen
Ist die meine Rose in der Vase.

Zweisamkeit ist ein unnaher Trieb,
er sucht den Weg an der Blockade
und findet Gefühle großer Lieb’,
doch stirbt er an fehlender Tirade.

Meine Kreativität geht verloren,
die Zeiten sind so schaffungslos.
Und dacht ich erst so neugeboren,
mit dir, da werd ich Einfallsgroß.

Deine Kehrseite ist mein Aspekt,
ein guter Freund an deinem Rande.
Und bleibt das Ganze mir verdeckt,
ist es Leere, was ich Liebe nannte.

Wieder einmal!
27.3.08 11:23


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